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title: "Hundetraining zusätzlich anbieten: Was Gassi-Services wissen müssen"
description: "Du gehst schon Gassi und willst Einzeltraining dazunehmen? Was die Erlaubnis nach § 11 TierSchG verlangt, was eine Trainingsstunde kostet und wie du Pakete sauber abrechnest."
canonical_url: "https://woodle-app.com/ratgeber/hundetraining-anbieten-hundesitter"
last_updated: "2026-10-19T09:04:35.802Z"
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Wer jeden Tag mit fremden Hunden unterwegs ist, wird früher oder später gefragt: „Kannst du nicht auch mal mit ihm üben, dass er nicht so zieht?" Für viele Gassi-Services ist Einzeltraining der naheliegende zweite Standbein – du kennst die Hunde, die Halter:innen vertrauen dir schon, und eine Trainingsstunde bringt pro Stunde deutlich mehr als eine Gassirunde.

Bevor du die erste Stunde verkaufst, gibt es aber ein paar Dinge, die anders laufen als beim Gassi-Service.

## Die Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz

Wer gewerbsmäßig Hunde für Dritte ausbildet oder Halter:innen beim Training ihres Hundes anleitet, braucht seit 2014 eine **Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Nr. 8 f TierSchG**. Zuständig ist das Veterinäramt deines Landkreises bzw. deiner Stadt.

- **Sachkunde:** Das Amt verlangt einen Nachweis, dass du dich mit Verhalten, Lernverhalten und Haltung von Hunden auskennst. Je nach Bundesland läuft das über ein Fachgespräch beim Amt oder eine anerkannte Prüfung, etwa bei einer Tierärzte- oder Industrie- und Handelskammer.
- **Zuverlässigkeit:** In der Regel ein Führungszeugnis.
- **Vorher, nicht nachher:** Die Erlaubnis brauchst du, bevor du die erste bezahlte Trainingsstunde gibst. Training ohne Erlaubnis ist eine Ordnungswidrigkeit.

Für den reinen Gassi-Service handhaben die Ämter das unterschiedlich (mehr dazu im Ratgeber zum [Sachkundenachweis](/ratgeber/sachkundenachweis-erlaubnis-hundesitter)) – beim Training ist die Lage eindeutig. Frag bei deinem Veterinäramt nach, wie die Sachkundeprüfung dort abläuft und wie lange die Bearbeitung dauert.

## Gewerbe und Versicherung anpassen

Dein Gewerbe hast du als Gassi-Service vermutlich schon angemeldet (siehe [Gewerbe anmelden als Hundesitter](/ratgeber/gewerbe-anmelden-hundesitter)). Nimmst du Training dazu, lass die Tätigkeitsbeschreibung um „Hundetraining" erweitern – eine kurze Ummeldung genügt.

Wichtiger ist die Versicherung: Viele Betriebshaftpflicht-Policen für Hundesitter:innen decken das Ausführen und Betreuen ab, aber nicht ausdrücklich das Training. Lass dir schriftlich bestätigen, dass Hundetraining mitversichert ist, bevor du anfängst. Mehr dazu im Ratgeber [Haftpflichtversicherung für Hundesitter](/ratgeber/haftpflichtversicherung-hundesitter).

## Was eine Trainingsstunde kostet

Einzeltraining liegt in Deutschland grob zwischen **40 und 80 € pro Stunde**, in Großstädten eher am oberen Ende. Die Spanne ist breit, weil Erfahrung, Spezialisierung (etwa Angst- oder Aggressionsverhalten) und Anfahrt stark variieren.

Zwei Dinge, die bei der Kalkulation gern vergessen werden:

- **Vor- und Nachbereitung:** Ein Erstgespräch, ein Trainingsplan, Nachrichten zwischen den Terminen. Das ist Arbeitszeit, auch wenn sie nicht auf der Uhr steht.
- **Anfahrt:** Training findet oft beim Kunden statt. Wie beim Gassi-Service gilt: Rechne die Fahrt ehrlich mit, sonst ist dein Stundenlohn deutlich niedriger, als er aussieht. Der [Preisrechner für Gassi-Services](/ratgeber/gassi-service-preise-kalkulieren) hilft dabei.

## Pakete statt Einzelstunden

Training wird fast immer als Paket verkauft – etwa fünf Einzelstunden zum Paketpreis, im Voraus bezahlt. Das hat gute Gründe: Ein Hund lernt nicht in einer Stunde, und wer im Voraus bezahlt hat, kommt auch zur dritten und vierten Stunde.

Damit es keinen Streit gibt, sollten drei Dinge im Vertrag stehen:

1. **Laufzeit:** Wie lange ist das Paket gültig? Drei bis sechs Monate sind üblich.
2. **Absagen:** Bis wann kann ein Termin kostenlos verschoben werden, und wann gilt er als genommen?
3. **Erstattung:** Was passiert mit offenen Stunden, wenn jemand aufhört?

Eine Vorlage für den Betreuungsvertrag findest du im Ratgeber [Vertrag für Hundesitter](/ratgeber/vertrag-hundesitter-vorlage) – die Regeln für Pakete lassen sich dort einfach ergänzen.

<guide-cta heading="Gassi und Training in einer App" text="In Woodle markierst du eine Leistung als Training und verkaufst Pakete wie „5 Einzelstunden“. Das Paket steht einmal auf der Rechnung, Woodle zählt die offenen Stunden mit – und Gassirunden laufen wie gewohnt weiter.">



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## Gassi und Training sauber trennen

Wenn du beides anbietest, betreuen dieselben Kund:innen oft beides: dreimal die Woche Gassi, dazu alle zwei Wochen eine Trainingsstunde. Auf der Rechnung sollte das getrennt stehen – mit eigener Bezeichnung und eigenem Preis. Gerade bei Monatspauschalen fürs Gassigehen ist das wichtig: Ein Training gehört nicht in die Pauschale, sonst verschenkst du es.

Ein kurzer Bericht nach jeder Trainingsstunde – was geübt wurde, was die Hausaufgabe bis zum nächsten Mal ist – hilft beiden Seiten. Die Halter:innen wissen, woran sie arbeiten sollen, und du hast eine Dokumentation, wie sich der Hund entwickelt.

## Fazit

Hundetraining ist für Gassi-Services eine sinnvolle Ergänzung: höherer Stundensatz, Kund:innen, die du schon kennst, und Termine, die sich gut zwischen die Runden legen lassen. Voraussetzung ist die Erlaubnis nach § 11 TierSchG – kümmere dich darum zuerst, dann um Versicherung, Preise und Pakete.

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